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1 holger-guest 23299 <!-- retain these comments for translator revision tracking -->
2 holger-guest 38977 <!-- original version: 38703 -->
3 holger-guest 23299
4     <sect3 id="mdcfg">
5 holger-guest 30881 <title><quote>Multidisk Devices</quote> (Software-RAID) konfigurieren (mdcfg)</title>
6 holger-guest 23299 <para>
7    
8 holger-guest 30881 Wenn Sie mehr als eine Festplatte in Ihrem Rechner haben<footnote><para>
9 holger-guest 23299
10 holger-guest 24016 Wir wollen ehrlich sein: Sie können auch ein MD-Gerät aus Partitionen
11     einer einzige Festplatte erstellen, dies bringt Ihnen aber keinen sinnvollen
12     Vorteil.
13 holger-guest 23299
14 holger-guest 30881 </para></footnote>, können Sie <command>mdcfg</command> für die Einrichtung
15 holger-guest 24016 Ihrer Festplatten benutzen, um die Performance zu erhöhen und/oder eine
16     höhere Datensicherheit zu erreichen. Das Ergebnis nennt sich
17     <firstterm>Multidisk Device</firstterm> (oder nach der bekanntesten
18     Variante auch <firstterm>Software-RAID</firstterm> genannt).
19 holger-guest 23299
20     </para><para>
21    
22 holger-guest 24016 MD ist im Prinzip ein Verbund von Partitionen auf unterschiedlichen
23 holger-guest 24469 Festplatten, die zu einer Art <emphasis>logischem</emphasis> Laufwerk
24 holger-guest 24016 zusammengefasst sind. Dieses Laufwerk kann wie eine gewöhnliche Partition
25     genutzt werden (z.B. kann man es mit <command>partman</command> formatieren,
26     einen Einhängepunkt festlegen usw.)
27 holger-guest 23299
28     </para><para>
29    
30 holger-guest 24016 Welchen Vorteil Ihnen das bringt, hängt vom Typ des MD-Laufwerks ab.
31     Im Moment werden unterstützt:
32 holger-guest 23299
33     <variablelist>
34     <varlistentry>
35    
36     <term>RAID0</term><listitem><para>
37    
38 holger-guest 24016 Dieser Typ zielt hauptsächlich auf die Performance ab. RAID0 splittet
39 holger-guest 24469 alle ankommenden Daten in <firstterm>Stripes</firstterm> (Streifen) und
40 holger-guest 24016 verteilt sie gleichmäßig auf alle Festplatten im Verbund. Dies kann die
41     Geschwindigkeit von Schreib-/Leseoperationen erhöhen, wenn jedoch eins
42     der Laufwerke ausfällt, verlieren Sie <emphasis>alle</emphasis> Daten
43     (ein Teil der Informationen ist immer noch auf einem/mehreren funktionierenden
44 holger-guest 24355 Laufwerk(en), der andere Teil <emphasis>war</emphasis> auf der defekten Platte).
45 holger-guest 23299
46     </para><para>
47    
48 holger-guest 24016 Der typische Anwendungsfall für RAID0 ist eine Partition zum Editieren von
49     Videos.
50 holger-guest 23299
51     </para></listitem>
52     </varlistentry>
53     <varlistentry>
54    
55     <term>RAID1</term><listitem><para>
56    
57 holger-guest 24355 Dieser Typ eignet sich für Setups, wo die Datensicherheit das oberste
58 holger-guest 24016 Gebot ist. RAID1 besteht aus mehreren (gewöhnlich zwei) gleichgroßen
59     Partitionen, wobei beide Partitionen exakt die gleichen Daten enthalten.
60     Dies bedeutet dreierlei. Erstens: wenn eine Disk ausfällt, haben Sie immer
61     noch die gespiegelten Daten auf den anderen Laufwerken. Zweitens: Sie können
62     nur einen Teil der tatsächlichen Kapazität nutzen (genauer gesagt die Größe
63     der kleinsten Partition im Verbund). Drittens: Bei Dateileseoperationen
64     wird die Last auf die Festplatten aufgeteilt; dies kann die Performance
65     auf einem Server verbessern, z.B. auf einem Dateiserver, der mehr Lese- als
66     Schreibvorgänge tätigt.
67 holger-guest 23299
68     </para><para>
69    
70 holger-guest 24016 Zusätzlich können Sie eine Reservedisk im Verbund haben, die im Fehlerfall
71     den Platz des defekten Laufwerks einnimmt.
72 holger-guest 23299
73     </para></listitem>
74     </varlistentry>
75     <varlistentry>
76    
77     <term>RAID5</term><listitem><para>
78    
79 holger-guest 24016 Dies ist ein guter Kompromiss zwischen Geschwindigkeit, Datensicherheit
80     und Redundanz. RAID5 splittet alle ankommenden Daten in Streifen und
81     verteilt Sie gleichmäßig auf alle Laufwerke außer einem (vergleichbar
82     zu RAID0). Im Unterschied zu RAID0 erzeugt der RAID5-Typ zusätzliche
83     <firstterm>Paritäts</firstterm>-Informationen, die auf die verbleibende
84     Disk geschrieben werden. Die Paritäts-Disk ist nicht statisch festgelegt
85 holger-guest 24355 (dies wäre RAID4), sondern wechselt periodisch, so dass die Paritäts-Informationen
86 holger-guest 24016 gleichmäßig auf allen Platten vorhanden sind. Wenn eine Festplatte
87     ausfällt, können die fehlenden Informationen aus den verbleibenden Daten
88     und Ihrer Parität wiederhergestellt werden. Ein RAID5-Verbund muss aus mindestens
89     drei aktiven Partitionen bestehen. Zusätzlich können Sie eine Reserve-Disk
90     im Verbund haben, die im Fehlerfall den Platz der defekten Platte einnimmt.
91 holger-guest 23299
92     </para><para>
93    
94 holger-guest 24016 Wie Sie sehen, erreicht RAID5 einen ähnlichen Grad der Betriebssicherheit
95     wie RAID1 bei weniger Redundanz/besserer Auslastung. Auf der anderen Seite
96     könnte es bei Schreibvorgängen etwas langsamer sein, da zusätzlich die
97     Paritäts-Informationen errechnet werden müssen.
98 holger-guest 23299
99     </para></listitem>
100     </varlistentry>
101     </variablelist>
102    
103 holger-guest 24016 Um es nochmal zusammenzufassen:
104 holger-guest 23299
105     <informaltable>
106     <tgroup cols="5">
107     <thead>
108     <row>
109 holger-guest 24016 <entry>Typ</entry>
110 holger-guest 26604 <entry>Mindestanzahl benötigter Laufwerke</entry>
111 holger-guest 24016 <entry>Reserve-Laufwerk</entry>
112     <entry>Übersteht einen Laufwerkscrash?</entry>
113     <entry>Verfügbarer Speicherplatz</entry>
114 holger-guest 23299 </row>
115     </thead>
116    
117     <tbody>
118     <row>
119     <entry>RAID0</entry>
120     <entry>2</entry>
121 holger-guest 24016 <entry>nein</entry>
122     <entry>nein</entry>
123     <entry>Größe der kleinsten Partition multipliziert mit der Anzahl der Laufwerke</entry>
124 holger-guest 23299 </row>
125    
126     <row>
127     <entry>RAID1</entry>
128     <entry>2</entry>
129     <entry>optional</entry>
130 holger-guest 24016 <entry>ja</entry>
131     <entry>Größe der kleinsten Partition im Verbund</entry>
132 holger-guest 23299 </row>
133    
134     <row>
135     <entry>RAID5</entry>
136     <entry>3</entry>
137     <entry>optional</entry>
138 holger-guest 24016 <entry>ja</entry>
139 holger-guest 24469 <entry>Größe der kleinsten Partition multipliziert mit (Anzahl der Laufwerke minus 1)</entry>
140 holger-guest 23299 </row>
141    
142     </tbody></tgroup></informaltable>
143    
144     </para><para>
145    
146 holger-guest 24016 Wenn Sie die ganze Wahrheit über Software-RAID erfahren wollen, werfen
147     Sie einen Blick in das
148 holger-guest 30881 <ulink url="&url-software-raid-howto;">Software-RAID-HowTo</ulink>.
149 holger-guest 23299
150     </para><para>
151    
152 holger-guest 24016 Wenn Sie ein MD-Laufwerk erstellen möchten, müssen die beteiligten
153     Partitionen für die Nutzung im RAID gekennzeichnet werden.
154 holger-guest 24469 (Dies erledigen Sie in <command>partman</command> in den
155     <guimenu>Partitions-Einstellungen</guimenu>, wo Sie unter
156 holger-guest 26604 <menuchoice> <guimenu>Benutzen als:</guimenu> <guimenuitem>Physical Volume für
157     RAID</guimenuitem> </menuchoice> auswählen.)
158 holger-guest 23299
159     </para><warning><para>
160    
161 holger-guest 30881 Die Unterstützung für MD im Installer ist noch relativ neu. Sie könnten
162     bei einigen RAID-Typen und in Kombination mit einigen Bootloadern
163 holger-guest 24355 Probleme bekommen, wenn Sie versuchen, MD für das
164 holger-guest 24016 root-(<filename>/</filename>)Dateisystem zu verwenden. Erfahrenen Nutzern
165     ist es vielleicht möglich, einige dieser Probleme zu umgehen, indem Sie
166     ein paar Konfigurations- oder Installationsschritte manuell auf der Shell
167     ausführen.
168 holger-guest 23299
169     </para></warning><para>
170    
171 holger-guest 24469 Als nächstes wählen Sie <guimenuitem>Software-RAID konfigurieren</guimenuitem>
172 holger-guest 38977 aus dem <command>partman</command>-Hauptmenü.
173     (Das Menü erscheint nur, wenn Sie mindestens eine Partition für die
174     Nutzung als <guimenuitem>Physikalisches Volume für RAID</guimenuitem>
175     markiert haben.) Im ersten Bild von
176 holger-guest 24016 <command>mdcfg</command> wählen Sie einfach
177 holger-guest 24469 <guimenuitem>MD-Gerät erstellen</guimenuitem>.
178 holger-guest 24016 Ein Liste unterstützter Typen von MD-Laufwerken wird angezeigt, von denen
179     Sie einen auswählen (z.B. RAID1). Die folgenden Schritte unterscheiden sich
180     abhängig davon, welchen Typ Sie gewählt haben:
181    
182 holger-guest 23299 </para>
183    
184     <itemizedlist>
185     <listitem><para>
186    
187 holger-guest 24016 RAID0 ist einfach &ndash; Sie bekommen eine Liste der verfügbaren
188     RAID-Partitionen und Sie müssen lediglich auswählen, aus welchen Partitionen
189     das MD bestehen soll.
190 holger-guest 23299
191     </para></listitem>
192     <listitem><para>
193    
194 holger-guest 24016 RAID1 ist ein wenig komplizierter. Als erstes müssen Sie die Anzahl
195     der aktiven Laufwerke und der Reserve-Laufwerke angeben, aus denen
196     das MD bestehen soll. Als nächstes wählen Sie aus der Liste der
197     verfügbaren RAID-Partitionen diejenigen aus, die aktiv sein sollen
198 holger-guest 24469 und diejenigen, die Reserve bleiben. Die Gesamtanzahl der gewählten
199 holger-guest 24016 Partitionen muss mit der zuvor angezeigten Anzahl Partitionen übereinstimmen.
200     Aber keine Sorge, wenn Sie einen Fehler machen und eine falsche Anzahl
201     Partitionen wählen, wird der &d-i; dies nicht zulassen und Sie können
202     erst weitermachen, wenn dies korrigiert ist.
203 holger-guest 23299
204     </para></listitem>
205     <listitem><para>
206    
207 holger-guest 24016 Die Einrichtungsprozedur von RAID5 ist ähnlich der von RAID1 mit der
208     Ausnahme, dass Sie mindestens <emphasis>drei</emphasis> aktive
209     Partitionen benutzen müssen.
210 holger-guest 23299
211     </para></listitem>
212     </itemizedlist>
213    
214     <para>
215    
216 holger-guest 24016 Es ist uneingeschränkt möglich, verschiedene Typen von MDs gleichzeitig
217     zu benutzen. Wenn Sie zum Beispiel drei 200GB-Festplatten haben, die
218 holger-guest 24526 für MD genutzt werden sollen, und jede enthält zwei 100GB-Partitionen,
219 holger-guest 24016 können Sie die jeweils erste Partition auf allen drei Platten zu einem
220     RAID0 kombinieren (eine schnelle 300GB-Videobearbeitungs-Partition) und
221     die anderen drei Partitionen (zwei aktive und eine als Reserve)
222 holger-guest 30881 für ein RAID1 benutzen (eine hochverfügbare 100GB-Partition für
223 holger-guest 24016 <filename>/home</filename>).
224 holger-guest 23299
225     </para><para>
226    
227 holger-guest 24016 Wenn Sie die MD-Laufwerke nach Ihren Wünschen eingerichtet haben, kehren
228 holger-guest 24469 Sie mit <guimenuitem>Beenden</guimenuitem> zu <command>partman</command>
229 holger-guest 24016 zurück, um dort Dateisysteme auf Ihren neuen MD-Laufwerken zu erstellen
230     und die Attribute wie Einhängepunkte festzulegen.
231 holger-guest 23299
232     </para>
233     </sect3>

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